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Symptome der narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine Persönlichkeitsstörung mit eigenem Krankheitsbild, die im Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation, dem ICD-10 (in der WHO-Version 2016) unter F60.8 „Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen: Persönlichkeit(sstörung): narzisstisch“ geführt wird.

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (im Medizinalltag durch die Abkürzung NPS bezeichnet) kann vorliegen, wenn eine Person übermäßig stark damit beschäftigt ist, anderen Menschen zu imponieren, um bewundert zu werden, aber in der Interaktion mit anderen kein zwischenmenschliches Einfühlungsvermögen zeigen und keine emotionale Wärme entwickeln kann.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist wie alle Persönlichkeitsstörungen von nicht pathologischen, „unangenehmen“ Charaktereigenschaften wie z. B. dem „normalen Alltagsnarzissmus“ abzugrenzen, was durch Prüfung des Vorliegens folgender Symptome im Bereich der sozialen Interaktion geschieht:

Deutliche Mängel in Empathie und Einfühlungsvermögen (Fühlfähigkeit)

Das von der gestörten Person immer wieder bewiesene mangelnde Einfühlungsvermögen gehört zu den auffälligsten Symptomen der Störung. Krankhafte Narzissten können Gefühle und Bedürfnisse anderer nicht erkennen und können deshalb nicht auf diese eingehen.

Der Mangel äußert sich, indem Gestörte anderen schlichtweg nicht zuhören bzw. sie einfach nicht http://www.narzisstischepersönlichkeitsstörung.debeachten. Weil sie andere nicht verstehen, unterbleibt auch jede als normal empfundene Unterstützung; normales soziales Verhalten anderer Menschen wird häufig drastisch missinterpretiert.

Die Gestörten können auf die offensichtlichen Anforderungen des sozialen Umfelds reagieren, indem sie das Vortäuschen einfühlsamer Reaktionen lernen. Wenn es ihnen nutzt, werden dann einstudierte Gesten des Mitgefühls abgerufen, die jedoch Gesten bleiben: Die Versprechen (Verständnis, Rücksichtnahme) werden nicht eingelöst. Meist fühlt sich der krankhafte Narzisst durch die nun folgenden Reaktionen des Unverständnisses bzw. der Enttäuschung zusätzlich frustriert oder gedemütigt („narzisstische Verletzung“). Häufig „fällt dann die Maske gänzlich“, mit für normal fühlende Sozialpartner durchaus überraschenden Aktionen wie dem Schrei- und Weinkrampf mitten im Gerichtssaal.

Täuschung und Selbsttäuschung führt zu Übertreibung und Lüge

Krankhafte Narzissten verfügen über geringe Gefühlstiefe. In Bezug auf Empathie, Mitgefühl, Traurigkeit, Verletzlichkeit, aber auch Glück und Freude werden kaum empfunden; in Extremfällen spricht man von Alexithymie („Gefühlslegasthenie“).

Die Leistungen z. B. im Berufsleben sind oft überdurchschnittlich und rechtfertigen eine hohe Selbsteinschätzung. Krankhafte Narzissten neigen jedoch insgesamt dazu, ihre Talente, Leistungen und Beiträge zu gemeinschaftlichen Arbeiten zu überhöhen, Leistungen anderer werden gerne auch mal als eigene ausgegeben.

Pathologische Narzissten suchen persönliche Nähe zu Menschen mit hohem Sozialstatus (V.I.P.s) und stellen ihre Bekanntschaften zu solchen Menschen als unreal eng und intim dar. Ein Teil der Fachautoren, Sexualpartner und Familienangehörige pathologischer Narzissten berichten von ständigem, gewohnheitsmäßigem Lügen. Die Selbsttäuschung, die bei vielen Narzissten das labile Selbstkonzept stützen muss, führt zwangsläufig zur Täuschung der Umgebung.

Gestörter Umgang mit Kritik

Auf Kritik und Ablehnung, Niederlagen und Demütigung reagieren krankhafte Narzissten auffällig intensiv. Die wohl herrschende Meinung sieht den Grund in einem unbewusst geringem Selbstwertgefühl, neuere empirische Untersuchungen beschäftigen sich mit Korrekturen dieser Sichtweise; auffällig bleibt die scharfe Reaktion auf Kritik: Meist Attacke der Person, von sich der Narzisst in Frage gestellt fühlt, seltener Rückzug/Depression.

Missbrauch, Ausbeutung, Manipulation: Eher Regel als Ausnahme

Krankhafte Narzissten verüben oft emotionalen Missbrauch an Personen im engsten Umfeld,
Ziel ist die „narzisstische Versorgung“, Bewunderung und Unterstützung, die vom Umfeld zu leisten ist. Die Opfer bzw. Betroffenen werden im Hinblick auf ihren potenziellen Beitrag zu dieser „narzisstischen Versorgung“ ausgewählt und in Folge oft so lange manipuliert, bis sie erheblichen seelischen Schaden genommen haben; sie begeben sich weitaus häufiger in psychotherapeutische Behandlung als die Narzissten selbst.