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Borderline Syndrom

Die Persönlichkeit des Menschen | Borderline Syndrom

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Borderline Syndrom

Das Studium der Persönlichkeit der Menschen ist eine der schwierigsten und komplexesten Herausforderungen der Psychologie. In jeder Gesellschaftsform und Kultur gibt es bestimmte anerkannte Normen des Verhaltens. Werden nun Verhaltensweisen gezeigt, die von diesen Normen erheblich abweichen, werden die betreffenden Personen wahrscheinlich als psychisch gestört eingestuft. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Grenzen zwischen normalen kurzfristigen Problemen beziehungsweise Entwicklungskrisen, die bei jedem Menschen im Laufe des Lebens einmal auftreten und behandlungsbedürftigen Störungen fließend sind. Borderline ist ein klassisches Beispiel für den fließenden Übergang von gesund und krank.

Eine ernstzunehmende Persönlichkeitsstörung

Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung, die von Emotionen, Stimmungsschwankungen, Impulsivität sowie Instabilität geprägt ist und es handelt sich um ein ernstzunehmendes und schwerwiegendes psychiatrisches Krankheitsbild. Rund vier Prozent der Bevölkerung sind von der Borderline Persönlichkeitsstörung betroffen, wobei die ersten Symptome dieser psychischen Störung bereits im jugendlichen Alter auftreten. Von der Borderline Persönlichkeitsstörungen sind Frauen und Männer im gleichen Ausmaße betroffen, es unterziehen sich aber deutlich mehr Frauen einer Therapie. Erschreckend ist, dass fast siebzig Prozent der Betroffenen zumindest einen Selbstmordversuch verüben. Das zeigt, dass die Symptome ernst zu nehmen sind und eine Therapie wichtig und dringend erforderlich ist.

Die Persönlichkeitsstörung führt zu einer enormen Anspannung

Wer an Borderline leidet, erlebt heftige Gefühls- und Stimmungsschwankungen. Die ersten Symptome zeigen eine extreme innerliche Anspannung, die von den Betreffenden als unerträglich beschrieben und erlebt wird. Weitere Symptome wie Angstzustände, Selbstzweifel und ein nicht mehr

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Bordeline Syndrom

wahrnehmbares Körpergefühl treten in den meisten Fällen dieser Persönlichkeitsstörung auf. Während der extremen Spannungsphasen spüren die Betroffenen fast keine Schmerzen. Um die unerträgliche Anspannung zu beenden, greifen die Menschen zu Drogen, verletzen sich selbst oder führen mehr als riskante Aktivitäten durch. Immer mit dem Ziel, die innerliche Anspannung zu lindern. Zwar gelingt das durch die beschriebenen Maßnahmen sofort, führt aber rasch zu einem Suchtverhalten. Der Gebrauch von Drogen oder die Selbstverletzung bewirken eine Veränderung der Stimmungslage, erzeugen Lustgefühle und bringen eine, zumindest kurzfristige, Entspannung. Die psychotischen Symptome führen zu einer Beeinträchtigung nicht nur in körperlicher, sondern auch in emotionaler Hinsicht. Die Symptome der Borderline Persönlichkeitsstörung sind den Symptomen der Schizophrenie sehr ähnlich und umso wichtiger ist eine genau Abklärung und eine exakte Diagnosestellung.

Ursachen für Borderline

Selbst die Experten sind sich nicht immer einig, welche Faktoren zu der Borderline Persönlichkeitsstörung führen. Einig sind sich die Experten aber darüber, dass immer mehrere Faktoren zur Entstehung der psychischen Störung beitragen. Den genetischen Faktoren kommt in der Entstehung der Borderline Persönlichkeitsstörung eine gewisse Bedeutung zu, immerhin sind knapp vierzig Prozent der Persönlichkeitsstörungen erblich bedingt. Ebenso sind sich die Experten einig, dass Umwelteinflüsse die Entstehung einer Borderline Persönlichkeitsstörung begünstigen. Streit der Eltern beziehungsweise ein feindseliges Verhalten der Eltern erhöht die Wahrscheinlich für diese psychische Störung erheblich.

Begleiterkrankungen von Borderline

Häufig treten bei dieser psychischen Störung Depressionen sowie Hyperaktivitätsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite gemeinsam auf. Zusätzlich zu den üblichen Symptomen der Depression ist auffallend, dass es zu einem sehr negativen Selbstbild kommt. Die Symptome von Borderline und dem Aufmerksamkeitsdefizit überlappen sich, dennoch müssen bei der Ursachenforschung und der Therapie die beiden Erkrankungen strikt getrennt werden.

Welche Therapie ist bei dieser psychischen Störung sinnvoll?

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Es gibt keine Medikamente, die die Borderline Störung heilen können oder die Symptome wie von Zauberhand verschwinden lassen. Aber es gibt schon Medikamente, die verabreicht werden und eine unterstützende und stabilisierende Funktion gaben. Zu diesen Medikamenten zählen die Antipsychotika und Stimmungsstabilisierer und bei Depressionen und Angstzuständen werden Antidepressiva verabreicht. Diese Medikamente versuchen, das Ungleichgewicht oder Defizit jener Neurotransmitter auszugleichen, die sich bei Depressionen als auffällig erwiesen haben. Die wichtigste und zielführendste Therapie ist die Psychotherapie. Im Vordergrund steht die Behandlung der Selbstmordgedanken. Am Beginn der Therapie steht ein ausführliches Gespräch mit dem Therapeuten beziehungsweise der Therapeutin, in dem geklärt werden muss, welche Bedingungen für die Entstehung der psychischen Störung verantwortlich waren, was sie aktuell aufrecht erhält oder was zu einer weiteren Verschlimmerung der psychischen Störung führen könnte. An den draus gewonnen Erkenntnissen wird sich die weitere Therapie orientieren. Stehen zum Beispiel die Kognitionen der KlientInnen im Zentrum der Therapie, wird versucht, ihre negativen kognitiven Schemata und Denkfehler zu identifizieren und zu verändern. Ziel der Therapie wird es immer sein, Betroffenen zu einer positiven Sichtweise ihrer selbst, ihrer Umwelt und ihrer Zukunft zu verhelfen, sie zu einer positiven und befriedigenden Gestaltung ihres Lebens zu führen und ihnen damit auch ein positives Erleben zu ermöglichen.